AFM-Logo Wir sind Mitglied beim "Runden Tisch Amateurfunk (RTA)"

AFM und RTA - eine Zwischenbilanz (1)

Dr. Christof Rohner, DL7TZ und 9V1CR

Lange habe ich erwogen, diesen Beitrag mit "Die wilden Jahre sind vorbei - die Arbeit leider nicht" zu überschreiben. Letztlich habe ich mich dann aber doch zu einer seriöseren Überschrift entschlossen. Aber der Reihe nach:

Stehen zwei Funkamateure beisammen und diskutieren miteinander, gibt es fast immer mindestens drei verschiedene Standpunkte, über die ebenso leidenschaftlich wie emotional gestritten wird. Funkamateure sind halt Individualisten. Diese leidvolle Erfahrung haben auch Politik und Verwaltung immer wieder machen müssen, wann immer sie mit Funkamateuren in den Dialog zu treten versuchten. Der Wunsch des damaligen Bundespostministeriums, die Funkamateure mögen sich über Vereinsgrenzen hinweg organisieren und gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme sprechen, ist also durchaus nachvollziehbar. Er führte am 11. Juni 1994 zur Gründung des Runden Tisches Amateurfunk (RTA), einem Zusammenschluß der meisten Amateurfunkvereine in Deutschland mit dem Ziel, amateurfunkpolitisch als ein und nur ein Ansprechpartner zu fungieren. Etwaige Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Funkamateure sollten vorab und intern ausdiskutiert und den Ansprechpartnern in Politik und Verwaltung nur dessen konsolidiertes Resultat mitgeteilt werden.

Der Förderverein Amateurfunkmuseum e.V. war von Anfang an dabei - und damit auch ich selbst, der ich auch damals schon dessen 1. Vorsitzender war. Die Gründungsversammlung werde ich nie vergessen, galt es doch, diesem Gremium - politisch mächtiger als der DARC - eine Geschäftsordnung (GO) zu geben, die einerseits den Mehrheitsverhältnissen der durch die Vereine vertretenen Mitglieder und damit einer stimmenmäßigen Übermacht des DARC Rechnung tragen und andererseits sicherstellen sollte, daß schwächere Stimmen und Meinungen dadurch nicht untergehen. Dies ist - mit Stolz vermerke ich das - gelungen und hat sich bis heute bestens bewährt. Mit der überwältigenden Mehrheit der durch den DARC vertretenen Mitglieder wählte der RTA damals den damaligen DARC-Vorsitzenden zum 1. RTA-Vorsitzenden und mit der Mehrheit der im RTA vertretenen Vereine (ein Beispiel für die Ausgewogenheit der RTA-GO) mich zum 2. RTA-Vorsitzenden. Diese "politische Konstellation" hat sich bis zum Frühjahr 2010 nicht geändert: der jeweilige DARC-Vorsitzende war gleichzeitig auch RTA-Vorsitzender und ich wurde immer wieder mit den Stimmen aller Vereine als dessen Stellvertreter gewählt. Ich "durfte" also immer wieder neue DARC-Vorsitzende in die RTA-Arbeit einweisen. Danach wurde alles anders, aber davon später mehr.